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Gerade habe ich mir ein sehr spannendes Video von Prof. Dr. Gerald Hüther angesehen: “Gelassenheit hilft – Anregungen für Gehirnbenutzer” (eine Anregung von Timon).

Darin erzählt Prof. Dr. Hüther in einem sehr lockeren Stil (fast als ob er eine Geschichte erzählt), dass alles in jedem Alter funktionieren kann – wenn man es will und Gelassen bleibt.

Druck

Macht man sich zuviel Druck oder ist man zu fixiert auf etwas, so kann man nicht mehr das eigentlich wichtige erkennen. Prof. Dr. Hüther hat das an 2 Beispielen erklärt:

Beispiel 1:

Als Wissenschaftler wollten sie beweisen, dass das Gehirn zum Lernen da ist. Daher haben sie ein Experiment mit Küchenschaben durchgeführt. Bei diesem Experiment haben sie hängenden Küchenschaben mit Hilfe von „Impulsen“ beigebracht, die Füßchen nicht auf den Boden zu bringen. Die Wissenschaftler sahen das als Beweis, dass die Tierchen mit ihrem Gehirn lernen können.

Dann aber kam ein Student, der feststellte, dass die Schaben auch noch eine halbe Stunde, nachdem man ihnen den Kopf abgeschnitten hatte, weiterlebten. Er machte das selbe Experiment mit den Küchenschaben – nur dass er den Kopf bereits vorher abtrennte. Trotzdem lernten die Küchenschaben mit Hilfe der Impulse, dass die Füßchen den Boden nicht berühren sollten.

Die Wissenschaftler waren äußerst erstaunt, dass sie das selbst nicht erkannt hatten. Aber mit ihrem „Tunnelblick“ sahen sie einfach das Ganze nicht.

Beispiel 2:

Eine Frau musste dringend noch ganz viel einkaufen. Sie war im Stress und füllte ihre beiden Einkaufstaschen. Auf dem Nachhauseweg, immer noch nachdenkend, ob sie etwas vergessen hatte, ging Sie durch einen Park und auf einmal Stand ein Mann vor ihr. Dieser war ein Exhibitionist und öffnete seinen Mantel vor ihr. Sie blieb erstaunt stehen und auf einmal fiel es ihr ein… „Die Shrimps!“.

Fazit: Man sollte lernen, Gelassen zu bleiben! Nur dann sieht man nicht das, was man sehen will, sondern das, was man sehen kann.

Angst

Kein Gehirn kann mehr denken, wenn man Angst hat. Man ist dann nur noch empfänglich für Botschaften von denen, welche die Angst verbreiten. Frühere (oder auch aktuelle) Herrscher nutzten genau dies: Sie schür(t)en die Angst der Menschen, um ihnen anschließend seine passende Lösung anzubieten.

Hat man Angst, verfällt man in alte Verhaltensmuster und Gewohnheiten. Hilft dies nicht, verfällt man in alte Kindheitsmuster, und wenn das nicht hilft: Angriff => Flucht => Ohnmacht.

Was hilft einem bei Angst? Vertrauen! Vertrauen zu sich selbst/in die eigenen Fähigkeiten, Vertrauen zu anderen/in die Gemeinschaft und Vertrauen in die Welt bzw. Zuversicht.

Wir können uns zu jedem Zeitpunkt ändern!

Im Gegensatz dazu, was man früher geglaubt hat, können wir uns zu jedem Zeitpunkt ändern, auch wenn wir schon älter sind. D.h. auch in höherem Alter kann man noch sehr gut lernen – wenn man begeistert ist.

Das Gehirn wird so, wie man es benutzt – wenn man es mit Begeisterung macht!

Beispiel:

Verliebt sich ein 85-jähriger in eine Chinesin, ist er auch in diesem Alter noch dazu fähig, chinesisch zu lernen.

Ältere Menschen haben als in der Regel kein wirkliches „Lern-„, sondern eher ein „Begeisterungsproblem“.

Lernen, erfahren und zur Haltung werden lassen

Lernen lässt sich am besten, wenn man es mit Gefühlen koppelt. Es entstehen Erfahrungen, die anschließend zu einer Haltung werden. Hat man Spaß am Lernen, so entsteht diese Haltung. Gleichermaßen kann sich das aber auch im Gegenteil negativ entwickeln. Die Haltung ist enorm wichtig für die Motivation, das Verhalten und das Fühlen von Menschen.

Laut Prof. Dr. Hüther kann man niemanden wirklich motivieren, sondern nur dazu einladen, etwas zu tun. Die größte Motivation für uns, etwas zu tun, ist, etwas zu schaffen. Die Einladung an jemanden, etwas zu erreichen und sich so selbst zu begeistern, ist also die größte „Motivation“.

Im Zusammenhang mit Mitarbeiterführung spricht man hier von „Supportive Leadership“. Die Führungsperson tut alles, um seine Mitarbeiter in die Haltung zu bringen, lernen zu wollen. Dazu braucht die Führungsperson jedoch selbst auch eine gewisse Haltung.

Die Haltung bestimmt, wie ein Mensch sein Hirn verwendet.

Das Betriebsklima bestimmt die Erfahrungen, die Mitarbeiter im Unternehmen machen und somit die Haltung.

Zitat von Albert Einstein

„Die Probleme, die es in der Welt gibt, können nicht mit den gleichen Denkweisen gelöst werden, die sie verursacht haben.“